Freitag, 20. April 2007

Sensationelles Urteil - verschwiegen

Nein, eigentlich ist es nicht so, daß Urteile des Supreme Court der USA hierzulande niemanden interessieren würden. Es hängt ein wenig vom Thema ab, CO2 ist gerade ganz en vogue, also bekommen wir auch entsprechende Urteile aus Washington serviert.
Völlig verschwiegen wurde das jüngste Urteil des höchsten amerikanischen Gerichts i.S. Spätabtreibungen. Am Mittwoch haben die Richter George Bushs "Partial Birth Abortion Ban Act" aus dem Jahr 2003, mit dem brutale Spätabtreibungen in den letzten Schwangerschafstwochen untersagt wurden, für verfassungskonform erklärt.
Und, schon was davon gehört/gelesen/gesehen?

Das Urteil ist allein schon deshalb für Konservative wichtig, weil es auf einem zentralen Feld politischer Auseinandersetzungen das wording der Linken durchbricht: Ungeborene Kinder sind wirklich Menschen, sie werden getötet, wenn sie abgetrieben werden, und man kann auch dagegen sein. Vor allem: Wenn in der Bevölkerung erst einmal Konsens besteht, daß es kriminell ist, ein sieben, acht oder neun Monate altes Ungeborenes teilweise zu entbinden, so daß man seinen kopfe erreicht, und es dann mit Giftspritze ins Genick zu töten bzw. seinen Kopf abzutrennen, dann droht der Abtreibungslobby eine unangenehme Debatte darüber, warum eine Tötung bei drei Monate alten Babies eigentlich straffrei bleiben soll. Eine massenhafte Erörterung des Themas, warum diesem Volk jährlich mindestens 200000 abgetriebene Kinder fehlen, dürfte folgen. Und wenn dann noch einige Journalisten in den schwarz-roten Koalitionsvertrag schauen, in dem es heißt:

"Wir wollen prüfen, ob und gegebenenfalls wie die Situation bei Spätabtreibungen verbessert werden kann."

Genau dies gilt es in den Augen des linken Establishments dringend zu verhindern. Deshalb wird es verschwiegen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nicht ganz,

dieses Gesetz verbietet nicht Spätabtreibungen sondern nur eine bestimmte, besonders brutale Methode. Aber selbst daß war ja den Klägern schon viel zu viel.

Basti hat gesagt…

Allein die 5-4 Entscheidung zeigt deutlich, daß bei einer nächsten Vakanz eines Richterpostens unter einem neuen, wahrscheinlich demokratischen Präsidenten und einer entsprechenden Neubesetzung, das Urteil wieder revidiert werden wird. Es ist deshalb durchaus wahrscheinlich, daß dieses Urteil nur eine geringe Halbwertzeit hat.

Bezeichnend ist übrigens, was Senatorin Clinton dazu meinte, also diejenige, die sich so gerne als Kandidatin der Mitte präsentiert:

"It is precisely this erosion of our constitutional rights that I warned against when I opposed the nominations of Chief Justice Roberts and Justice Alito."

Sie btrachtet Partial-Birth-Abortion also offenbar als verfassungsgemäßes Recht. Auf so etwas muß man erst einmal kommen. Anderseits hat sie sich damit selbst ein Bein gestellt, wird dieses Zitat mit Sicherheit im Wahlkampf noch sehr oft zu hören sein - allerdings von der anderen Seite und gegen sie gerichtet.

Basti

Editor hat gesagt…

Neulich habe ich eine E-Mail von einem Leser meines Blogs erhalten, in der er mir schrieb, dass er Punkt 8 dieser:

http://conservativehome.blogspot.com/2007/05/10-unterschiede-zwischen-konservativen.html

zehn Punkte nicht zustimmt. Man solle doch versuchen "ein Baby nach einem Monat Schwangerschaft herauszuholen" und gucken "wie weit das Kind ohne Mutter kommt". Somit hat er fuer sich den Beweis erbracht, dass "Leben erst mit der Geburt" beginnt.
Find ich gut, dass ich nicht der einzige hier bin, der das anders sieht.
Wuerdest Du meinen Blog (conservativehome.blogspot.com) in Deine Linkliste aufnehmen?

Gruss,

Editor