Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wer füllt das Vakuum rechts der CDU?

Lesen wir dazu mal Manfred Güllner, forsa-Chef, im neuen "Stern":

"Frage: Wenn die CDU in die Mitte rückt, macht sie damit ihrerseits einen Platz frei - nämlich am rechten Rand. Wie hoch ist die Gefahr, dass plötzlich ein rechter Demagoge auftaucht und in den Bundestag einzieht?
Antwort: Im Augenblick ist die Gefahr sicherlich da. SPD und CDU haben einen großen Vertrauensverlust erlitten, das Parteiensystem erodiert. Gleichzeitig hat die Zahl der Nichtwähler zugenommen. Ein charismatischer Populist, wie es zum Beispiel Jörg Haider in Österreich ist, könnte bundesweit Fuß fassen."
Wenn man mal "Gefahr" anders definiert als die Alt-68er vom "Stern" - dann ist das doch eine hoffnungsvolle Perspektive.... oder?

Kommentare:

Editor hat gesagt…

Solch eine Chance kommt so schnell nicht wieder!
Nur wer soll dieses Vakuum füllen? Vor einigen Wochen habe ich eine Umfrage auf ConservativeHome gemacht, mit dem Ergebnis, dass 50% für eine neue Partei stimmte, 16% für die Republikaner, 15% weiterhin für die CDU, 5% für die PBC und die restlichen 13% für diverse Parteien wie CM, FDP...

Zusammen mit einer jetzigen Umfrage ließe sich sagen, deutschlands Konservative wollen eine neue Partei, deren Hauptziele eine restriktive Immigrationspolitik/gegen Multikulti, sowie die Förderung von Ehen (Mann&Frau) und Familien, und massive Steuerkürzungen sind.

str hat gesagt…

Es ist sehr wohl eine Gefahr.

Es bleibt mir schleierhaft wie BlogKON auf einen wie den nationalLIBeralen Populisten Haider hoffen kann.

Die Hinschauer hat gesagt…

BlogKon hofft nicht auf Haider. Aber hoffen, daß das Konservative in der Parteienlandschaft wieder vorkommt, wollen wir schon.

str hat gesagt…

Eben, es könnte aber auch nur das Populistische sein, daß bestenfalls viel von Werten redet, aber faktisch nichts dafür tut, sondern an Egoismen appelliert (siehe ja auch schon oben: "massive Steuerkürzungen").

Editor hat gesagt…

Nun, massive Steuerkürzungen sind ganz gewiss ein wichtiger konservativer Aspekt, führen sie doch zwangsläufig auch zu "weniger Staat" und mehr Eigenverantwortung der Bürger. Dies ist keinesfalls pauschal mit Egoismus gleichzusetzen.

Ich ziehe es vor, selber für mich und meine Familie vorzusorgen, weil ich überzeugt bin, das effizienter tun zu können. Ich ziehe es vor meine Kinder lieber in Privatschulen zu schicken, da ich die bildungspolitische und soziale Lage an öffentlichen Schulen nicht mehr für akzeptabel halte. Diese Liste ließe sich beliebig verlänger. Fakt ist dennoch, das die Familie der Kern einer Nation ist und nicht der Staat! Daher muss die Steuerpolitik dem auch Geltung tragen und den Familien wieder mehr persönliche Freiheit in Form von weniger Intervention und Vorschriften geben -> Steuerkürzungen sind ein guten Weg, um den Staat in seinem Machthunger Ruhig zu halten.

Was meinst Du, str?

str hat gesagt…

Ich hätte ja gar nichts gegen niedrige Steuern, solange der Staat seine Aufgaben (welche das sind, darüber gibt es eine Bandbreite legitimer Meinungen) solide finanziert ausführen kann.

Allerdings fordern niedrige Steuern auch jehne Anarchisten in Nadelstreifen (gemeinhin Liberale genannt), denen der Staat in jeder Hinsicht ein Graus ist, die die Durchsetzung einer Rechtsordnung jenseits des Schutzes ihres Eigentums ablehnen (siehe nur Bioethik) etc.

Oder auch sogenannte Konservative, die meinen ihr persönliches Schäfchen ins Trockene zu bringen wenn auch der Rest der Gesellschaft vor die Hunde geht.

Das meine ich.