Sonntag, 10. Juni 2007

Taliban wollen protestantischer Ethik nicht folgen

In welches gedankliche Vakuum das links-politisierte protestantische Christentum führen kann, wurde selten so deutlich wie heute. Da äußerte vormittags Reinhard Höppner (SPD), Präsident des Evangelischen Kirchentages: „Nur wo auch mein Feind einen menschenwürdigen Platz hat, kann Frieden werden“. Und: „Auch die Taliban und die Terroristen? Jesus sagt: Liebet eure Feinde. An Schärfe lässt sich das Wort Gottes kaum überbieten. Ja, auch sie gehören an den Verhandlungstisch“, forderte der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.
Und nur wenige Minuten später haben Taliban in Afghanistan zwölf Raketen auf eine Versammlung von Stammesältesten abgefeuert, die der afghanische Präsident Hamid Karzai gerade besuchte. Die Raketen seien auf einem offenen Feld eingeschlagen - deutlich entfernt von den rund 1000 Stammesältesten und dem Präsidenten, sagte Provinzgouverneur Mehrajuddin Patan. Augenzeugen zufolge rief Karzai fliehende Zuhörer auf, Ruhe zu bewahren, und beendete seine Ansprache. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi hatte der Deutschen Presseagentur (dpa) gegenüber die Verantwortung für den Anschlag übernommen: "Mudschaheddin haben zwölf Raketen auf den Platz abgefeuert."
Vielleicht waren die ja nur sauer, weil sie nicht zu einem workshop auf dem Protestantentag nach Köln eingeladen worden waren?

1 Kommentar:

str hat gesagt…

Der Fehler von Herrn Höppner ist, daß er eine Forderung Jesu an den Einzelnen, seine Feinde zu lieben (wobei auch nicht so klar ist, was das praktisch bedeutet - es geht nicht um Naivität oder Kapitulation) zu politisieren, d.h. nicht mehr der Einzelne, der dann auch das Risiko etwaiger Rückschläge tragen müßte, wird angesprochen sondern irgendein kollektiv.

Außerdem maßt er sich an, für andere zu sprechen, die wirklich mit den Taliban zu tun haben. Er selbst sitzt ja im sicheren Deutschland, wo kein Taliban sich hinverirrt. Seine Feinde sind sie ja nicht.