Freitag, 20. Juli 2007

Unsichtbare Konservative

Im Moment erleben wir bei den Volksparteien eine einzigartige Angebotsverengung: Angela Merkel regiert links von Helmut Schmidt, Kurt Beck rechts von Willy Brandt. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Oskar Lafontaine ist die linke Antwort auf diese Sortimentsverknappung (...). Auf der Rechten werden wir womöglich Ähnliches erleben. Eine konservative Partei, die ihre Grundüberzeugungen unsichtbar macht, schadet sich selbst.
Gabor Steingart, langjähriger Berliner Bürochef des "Spiegel" (in: FAZ, 20.7.2007)

Kommentare:

Adeodat hat gesagt…

... ich will die Hoffnung auf ernstzunehmende, dem Grundgesetzt verpflichtete, christlich orientierte Partei rechts von der CDU ja nicht aufgeben, aber mittelfristig sehe ich da nichts...

Zeitgenosse hat gesagt…

Zu Kommentar adeodat:
Stimmt, zurzeit fehlt es doch hinten und vorne an struktureller und organisatorischer Substanz, geschweige denn an charismatischen Persönlichkeiten für eine solche Partei. Zudem, solange die Linke die Diskurshoheit in den Medien hat, würde sie jeden solchen Versuch mit einer Diffamierungs- und Stigmatisierungskampagne überziehen. Die Reaktion wäre dann wieder: kleinlaute Dementis, Bussgänge, Anbiederungen an den linken "Mainstrem", unablässige Abschwörungen und Abgrenzungen gegen Rechts und Beteuerungen der Verfassungstreue, intern gegenseitige Anschuldigungen und Verdächtigungen bis schlieslich alle konstrukltiven Ansätze verschlissen wären.

Anonym hat gesagt…

Zeitgenosse, hast ja recht.
Aber was tun? es fehlt ein intellektueller Schwingungsboden, auf dem konservative Ideen wachsen, sich messen können. Das, was die "Herder-Bücherei Initiative" in den 70ern, "Criticón" in den 80ern waren... Ist es heute "Sezession"?