Donnerstag, 17. September 2009

"Mir für'n..."

Nun wollen wir nicht lästern über den Schauspieler Ottfried Fischer, der dieser Tage große Schwierigkeiten mit vier Damen aus dem Rotlichtmilieu hat. Angeblich wollten vier Prostituierte von ihm 32 580 Euro. Der Schauspieler soll die vier Damen per Kreditkarte bezahlt haben, nachdem diese einige Tage mit ihm in seiner Münchner Stadtwohnung zugebracht hatten. Er habe sich bei der Kreditkartenfirma beschwert, berichtet die "Bild"-Zeitung. Seine Darstellung: Er kenne die Damen gar nicht. Später argumentierte Otti jedoch anders, so „Bild“: Zwar habe er tatsächlich mit den Mädels Umgang gehabt – aber die astronomisch hohe Summe könne er sich nur damit erklären, dass Belege gefälscht worden seien.
Wie äußert Ottfried Fischer doch so treffend:

"Wir Bayern sind traditionsbewusst: Gemeinschaft und Zusammenhalt entstehen nur da, wo soziale Gerechtigkeit und Solidarität herrschen."

Nachzulesen in seinem Aufruf "Mir für'n Steinmeier!", mit dem er vorgestern als Erstunterzeichner Werbung für den Kanzlerkandidaten der SPD macht - zusammen mit vielen anderen bayerischen Prominenten.
Die vier Damen sind augenscheinlich nicht darunter.

Dienstag, 15. September 2009

Jauch verwundert über Merkel


"...Ich habe mich auch sehr gewundert, dass Sie wirklich für diese christdemokratische – das Wort „Christ“ ist nicht einmal gefallen, dass sie da im Grunde für ihre Stammwähler hat sie nicht sehr viel getan...“


Montag, 14. September 2009

USA: Bekannter Lebensschützer erschossen

Owosso (kath.net/LifeSiteNews.com) Ein in den USA bekannter Lebensschützer starb am Morgen des 11. September an seinen Schussverletzungen, nachdem ein Attentäter vor einer High School auf ihn gezielt hatte. James Pouillon wurde in Michigan der „Abtreibungs-Schild-Mann“ genannt, weil er bekannt dafür war, an öffentlichen Plätzen mit Schildern zu stehen, die sich gegen die Abtreibung wandten. Das tat er auch im Augenblick seiner Ermordung.
Pouillon war Katholik. “Jim war ein selbstloser, leise sprechender und gütiger Mensch”, beschreibt ihn ein Pastor, der ihn kannte. “Bitte betet für Jims Familie.” Er sei ein älterer Mann gewesen, der ständig auf eine Sauerstoffflasche angewiesen war. Ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen.
Father Pavone, Vorsitzender von “Priests for Life”, hofft nun auf einen “starken Ausdruck der Abscheu von Seiten der Abtreibungsbefürworter, genau wie es einen starken Ausdruck der Abscheu von Seiten der Lebensschützer zur Ermordung von Dr. Tiller gab”. Ende Mai wurde in den USA der bekannte Abtreibungsarzt George Tiller, der vor allem die umstrittenen Spätabtreibungen im letzten Drittel der Schwangerschaft durchführte, erschossen. Lebensschützer zeigten klar ihr Entsetzen über diesen Mord - jetzt aber herrscht Schweigen im linksliberalen Milieu.

Große Koalition live

Mal ehrlich - hat das TV-Duett von gestern abend irgendjemanden bewegt?

Donnerstag, 10. September 2009

Illner über die SED und die demokratischen Parteien

Dankenswert offen äußert sich Maybrit Illner, überschätzte Top-Talkerin des ZDF und Absolventin des SED-eigenen Journalisten-Kaderschmiede "Rotes Kloster" über ihr Verständnis von Demokratie und Parteien:

Focus: Frau Illner, Sie waren in der DDR für kurze Zeit Mitglied der SED, als Michail Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika die Welt zu verändern begann.
Illner: Stimmt, ich war einmal in einer Partei, und auch aus diesem Grund kommt es für mich nicht mehr in Frage.
(Focus 37/2009, S. 110)
Wir lernen also: Die SED ist so etwas Ähnliches wie die demokratischen Parteien des vereinigten Deutschlands, zumindest vermittelt sie die gleichen Erfahrungen.
Skandalös.

Die andere Seite der Wahrheit

Ja, so hätte es dann auch sein können:

Die Bilder sind schrecklich, die uns aus Kundus erreichen. Ein Brandanschlag mit einem benzinbeladenen Kleinlaster hat die Polizeistation in Schutt und Asche gelegt. Beamte und zufällig anwesende Zivilisten kamen in großer Zahl zu Tode. Der US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystall, zeigte sich wütend über das Versagen der deutschen Schutztruppe, die es offensichtlich nicht verstanden habe, den Vorfall zu verhindern. Dies, obwohl sie eine perfekte Chance dazu gehabt hätte, wie er einem Reporter der „Washington Post“ erklärte. Die „wichtigste Aufgabe der Soldaten“ sei der „Schutz der Bevölkerung“.
Tage zuvor hatten die Taliban zwei Tanklastzüge der Deutschen entführt. Obwohl der Bundeswehr bekannt war, dass die Lastzüge im Morast des Kundus-Flusses steckengeblieben waren und damit ein leichtes Ziel darstellten, hatten die Deutschen auf die Anordnung eines Luftschlags verzichtet.
Dies nutzten afghanischen Aufklärern zufolge die Taliban dazu, das Benzin auf kleinere Fahrzeuge umzuladen. Dabei haben ihnen bislang unbestätigten Berichten zufolge Bewohner eines vier Kilometer entfernten Dorfes geholfen. Die Deutschen aber hätten nichts getan, so McChrystall, obwohl ihre Garnison nur sechs Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt gewesen sei.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung verteidigte die deutsche Untätigkeit damit, dass man nicht hundertprozentig habe ausschließen können, dass sich auch Zivilisten am Ort aufhielten. Nach einer Güterabwägung hätten sich die Verantwortlichen entschlossen, nicht einzuschreiten.

Dienstag, 8. September 2009

SZ: Merkel plante Angriff auf Papst über Tage hinweg

Zuweilen dauert es ein wenig, aber dann kommt auch bei unklaren Lagen die Wahrheit ans Licht. Jetzt hat die renommierte "Süddeutsche Zeitung"-Korrespondentin Evelyn Roll detailliert beschrieben, wie Ende Januar der Angriff Angel Merkels auf Papst Benedikt XVI. zustande kam:

"Kohl hatte Eduard Ackermann, der den Kohl geneigten Journalisten was stecken konnte. Schröder machte so etwas selber. Und auch bei Merkel gibt es Ausnahmen von der Abstinenz. Zum Beispiel im Frühjahr, als der Papst mit den vier Lefebvre-Bischöfen auch einen Holocaust-Leugner rehabilitierte. Angela Merkel hatte drei Tage lang gewartet,ob irgendein Journalist auf die Idee kommen würde, die deutsche Bundeskanzlerin endlich einmal zu fragen, was sie davon halte. Sie hatte ihren Regierungssprechern entsprechende Sätze gegeben, falls gefragt würde. Aber es fragte niemand. Der Druck aus dem Ausland war enorm, und Merkel konnte von ihrer Entourage kaum noch davon abgehalten werden, zu einer Pressekonferenz einzuladen, um ein Statement abzugeben. Dann sagte ein Mitarbeiter des Bundespresseamtes einem dpa-Journalisten, dass es durchaus möglich und erlaubt sei, die Kanzlerin in der nächsten Pressekonferenz nach dem Papst zu fragen, obwohl ein ausländischer Gast dabei sein werde."
("Süddeutsche Zeitung", 5.9.2009)

Folgt man dieser Lesart, dann war die Attacke auf den Papst eine ganz bewusst gesetzte, zielgerichtete Aktion. Und dann hätten die massiven Einbrüche der CDU in den stark katholisch geprägten Ländern Thüringen und Saarland vielleicht doch noch eine weitere Bedeutung...
Und wären gar ein Menetekel für den 27.9.?

"In der CDU ist das christliche Menschenbild immer mehr zu einer Phrase geworden"

Der renommierte katholische Sozialethiker Wolfgang Ockenfels OP geht hart mit dem Gesellschaftsbild der CDU-Vorsitzenden Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Gericht:

"Das sogenannte christliche Menschenbild ist immer mehr zu einer Phrase, zur bloßen Rhetorik geworden. Die christlichen Werte werden zwar beschworen und das ist auch eigentlich begrüßenswert, aber die konkreten Konsequenzen daraus werden nicht gezogen.
Man sollte nicht nur über christliche Werte reden, sondern auch von Menschenrechten, etwa die der Ungeborenen. Hier hat die CDU, einem Zeitgeist folgend, den Lebensschutz so gut wie aufgegeben. Die Rechte der Ungeborenen werden viel weniger betont, als etwas Naturschutz oder Tierrechte. Eine sehr unbefriedigende Lage, was das Leben von Anfang bis zum Ende betrifft, gerade das der Menschen. Es ist wichtig Menschenschutz zu betreiben, gerade auch unter demografischen Perspektiven. Uns fehlen heute genau die Millionen Kinder, die wir straffrei abtreiben ließen. Das ist eine Sache, an der auch die CDU
ganz erheblich beteiligt war.
"

"Sie ist auch in sozialpolitischer und sozialstaatlicher Hinsicht zurückgeblieben. Da sollte sie sie einmal einen Kurs besuchen und sich mal kundig machen, was die Tradition ihrer eigenen Partei betrifft. Das würde der Partei selber gut bekommen. Allerdings ist sie nicht alleine in der Partei, sie hat sich ja mit entsprechenden Leuten umgeben, wie etwas Frau Schavan oder Frau von der Leyen. Die betreiben die entsprechende Politik, wie etwa eine Forschungspolitik, in der der Embryonenschutz ziemlich aufgegeben worden ist und eine Familienpolitik als Krippenpolitik, die auf eine Verstaatlichung der Familien hinausläuft."

Samstag, 5. September 2009

"Die Linke" mit neuem Plakat ;-)



Dienstag, 25. August 2009

Weidenfeld: Katholischer Arbeitskreis der Union wäre angemessen

Der Münchner Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld hat Überlegungen für einen «Katholischen Arbeitskreis» in der Union als angemessen bewertet. Heute herrsche in der Union, anders als zu Gründungszeiten, eine große Meinungsvielfalt, sagte Weidenfeld in einem am Freitag veröffentlichten Interview der in der Osnabrücker Verlagsgruppe Bistumspresse erscheinenden katholischen Kirchenzeitungen. Deshalb halte er es «durchaus für vertretbar»,
wenn sich Menschen in der Union zusammenfänden, «die in besonderer Weise über das Katholische in der Politik nachdenken wollen».

Zugleich bemängelte Weidenfeld den Stil der Politik in Deutschland. Sie werde «mehr und mehr zur Augenblicksbewältigung herabgestuft». Um Orientierungen und Strategien, die die Gesellschaft zusammenhielten, kümmere sich dagegen niemand mehr. Nach seiner Einschätzung hat die Bindung der katholischen Kirche zu den Unionsparteien «drastisch nachgelassen». Das entspreche der wachsenden Pluralisierung, bei der sich die klassische Milieubildung
auflöse.

Noch Mitte Juni hatte sich die CDU-Vorsitzende Angela Merkel entschieden gegen einen «Katholischen Arbeitskreis» in der Union gewandt. Es sei richtig, dass es einen solchen Zusammenschluss in der CDU/CSU nicht gebe, so die Bundeskanzlerin. Dabei verwies sie ausdrücklich darauf, dass sich die Existenz eines Evangelischen Arbeitskreises der Union
(EAK) aus der Geschichte der Parteigründung heraus erkläre. Dazu meinte Weidenfeld, anders als zu Zeiten der EAK-Gründung 1952 sei die Partei heute nicht mehr stark katholisch dominiert; diese unterschiedlichen Gewichtungen zeigten sich nun nicht mehr.

Der renommierte Politikwissenschaftler bemängelte den Umgang von CDU/CSU mit der Sozialenzyklika von Papst Benedikt XVI. Weder die CDU noch die Union insgesamt, allerdings auch nicht die Kirche selbst versuchten, das Lehrschreiben «in eine politische Strategie
zu übersetzen». Diese Auseinandersetzung fehle völlig. «Da könnte ein katholischer Kreis einen Auftrag erfüllen.» Ein solcher Kreis werde aber nur Attraktivität haben, wenn er sich als Ort der geistigen Auseinandersetzung verstehe. Weidenfeld verwies auf ein neues Bedürfnis nach Deutungsangeboten der Politik, «da könnte das Katholische etwas Wertvolles leisten».

Ausdrücklich wandte sich der Wissenschaftler dagegen, der Union das «C» abzusprechen. Das sei nicht gerechtfertigt. Es gehöre zur heutigen Vielfalt, dass verschiedene Gruppierungen sich auf eine katholische oder christliche Grundorientierung beziehen könnten. Die Union, so Weidenfeld weiter, habe einen christlichen Gründungsmythos. Deshalb sei das «C» für ihr Selbstverständnis
wichtig. Keiner in der Parteiführung käme auf die Idee, sich vom «C» zu trennen.

Sonntag, 9. August 2009

"Spiegel online": Kerkeling soll Bundeskanzler werden...

Dass "Spiegel online" nicht nur das mächtigste, sondern zugleich auch das überschätzteste und manipulativste "Nachrichtenportal" ist, meinen wir ja schon länger (und zwar auch ohne die zuweilen etwas überspannten Verschwörungstheoretiker vom "Spiegel Watch Blog").
Ein klassisches Dokument medialer Hamburger Arroganz - die überraschenderweise bereits den journalistisch-prekären Praktikantinnen, die bei SPON die "Nachrichten" zusammenhacken, zueigen wird, ist dieser Tage zu bestaunen:
Da ist "SPON" nämlich allen Ernstes davon überzeugt, daß Hape Kerkelings "Horst Schlämmer Partei" (HSP) bei der nächsten Bundestagswahl "antreten dürfe". Exakt dies behauptet das "Nachrichtenportal" höchstpersönlich in einem - inzwischen geänderten - Interview mit einer Epigonin der "Freien Union". SPON fragt diese Dame nämlich wörtlich:

"Paulis Partei darf nicht antreten, aber die von Horst Schlämmer. Ist das fair?"

SPON geht also tatsächlich davon aus, daß
- die HSP sich ordnungsgemäß zur Bundestagswahl gemeldet hat,
- sich vor dem Wahlausschuß ordnungsgemäß vorgestellt hat,
- und dort auch zugelassen worden ist.

Und diese völlig irrige Überzeugung müssen offenbar nicht nur die Interviewerin Hannah Lucas (deren - bisher? - erster und einziger Text dies auf SPON zu sein scheint - doch wohl keine Praktikantin?) und ein bearbeitender Redakteur sein, sondern auch noch Journalistengrößen wie die ressortverantwortliche Patricia Dreyer (die ihr Boulevard-Handwerk bei "Bild" erlernen durfte). Immerhin erschien das Interview an einem werktäglichen Freitag - da sind diese Journalisten alle mitverantwortlich.
Nun - kann ja mal passieren, daß man nicht weiß, daß ein Kinofilm nicht zur Bundestagswahl antreten kann. Da könnte man doch einfach einräumen, was man falsch gemacht hat, oder?
Nicht so SPON.
Dort schreibt man:

"In dem Gespräch war zunächst davon die Rede, die Horst-Schlämmer-Partei trete zur Bundestagswahl an."

So, so. In dem "Gespräch" war also einfach so "davon die Rede"...
Na, sowas.
Hat etwa die dumme Kader Loth wieder was vor sich hingebabbelt? Oder quatschte da ein Fotograf von der Seite rein? Oder murmelte ein Leser Unbotmäßiges in seinen Bart?
Nein.
Also, richtig müsste es heißen:

"In dem Gespräch hat SPON fälschlicherweise behauptet, die Horst-Schlämmer-Partei trete zur Bundestagswahl an."

Aber das geht natürlich nicht.
Wäre ja auch zu peinlich - und zu ehrlich, wenn SPON einräumen müsste, daß sie einfach von NIX eine Ahnung haben - noch nicht einmal, wenn sie Texte nicht von dpa abschreiben, sondern selbst verfassen müssen.

Dienstag, 4. August 2009

Tarsus: Kirche wieder Museum

Mit großer Enttäuschung hat Erzbischof Joachim Kardinal Meisner aus der türkischen Stadt Tarsus erfahren, dass nach dem Ende des Paulusjahres die zwischenzeitlich gelockertere Praxis für christliche Gottesdienste in der Pauluskirche wieder untersagt worden ist. Die Versprechungen von höchster Stelle bis in die lokale Ebene seien nicht eingehalten worden, erklärte Kardinal Meisner gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagsausgabe) und sprach von einer unwürdigen Behandlung.

Am 28. Juli war den Ordensschwestern in Tarsus mitgeteilt worden: „Wer die hl. Messe in der Pauluskirche zelebrieren will, muss sich drei Tage vorher beim Direktor des Museums – damit ist die Kirche gemeint – anmelden und die Genehmigung dazu erbitten. Wenn die Gruppe das nicht macht, darf sie nicht zelebrieren. Die Gruppe, die Gottesdienst in der Kirche feiern will, muss ein Eintrittsticket kaufen. Falls die Zelebration einen negativen Einfluss für die Besichtigung anderer Besucher haben sollte, dann wird die Leitung des Museums (der Kirche) entscheiden, dass nur eine halbe Stunde Zeit für die Feier der Eucharistie gegeben wird.“Die Kirche sei somit wieder zum Museum gemacht worden, kommentierte Kardinal Meisner. Es gelte wieder die gleiche Praxis wie für alle anderen Orte der Türkei, in denen gelegentlich christliche Gottesdienste erlaubt werden. Dagegen protestiert der Kölner Erzbischof aufs deutlichste. Wo die Religionsfreiheit so massiv verletzt werde, dort müsse man sich letzten Endes auch ernsthaft um die anderen Menschenrechte sorgen.

Weiter betonte der Kölner Kardinal, es sei nun zu hoffen, dass die türkischen Mitbürger in Deutschland, namentlich die muslimischen Organisationen, aufgrund ihrer großzügigen Behandlung hier zu Lande, etwa beim Bau von Moscheen, in ihrem Ursprungsland ein Wort der Fürsprache für die Christen einlegen. „Ich bitte ausdrücklich um ein deutliches und hörbares Zeichen“, sagte Kardinal Meisner. (kath.net)

Montag, 3. August 2009

ARD kennt keine Folter im Iran

Einen bemerkenswerten Beitrag zur regimefreundlichen Berichterstattung leisteten die "tagesthemen" gestern. In einem kurzen Beitrag über die offensichtlichen Schauprozesse gegen mehr als einhundert Oppositonelle und Demonstranten erfuhr der gebührenzahlende Zuschauer:

Der "Prozess gegen Regierungskritiker werde zunehmend schärfer kritisiert", Chatami spreche von einem "Schauprozess".

Was der Zuschauer nicht erfährt, ist, warum er dies tut. Sein Büro zitierte Chatami mit den Worten, der Prozess verstoße "gegen die Verfassung, geltende Gesetze und Bürgerrechte". Das Gericht stütze sich auf Geständnisse, die unter "ungültigen" Umständen zustande gekommen seien. Und Oppositionsführer Mussawi sprach - noch deutlicher - ausdrücklich von "Folter", mit denen angebliche Geständnisse erpresst worden seien.

Ob die folternden Schergen vielleicht das Bild einer wahlkämpfenden SPD stören könnten, deren Ex-Vorsitzender und Ex-Kanzler Schröder bei eben jenen Schergen derzeit so gerne antichambriert?

Alles tun, was denkbar ist?

Aus einer sehr schönen Rezension von Kurt Kister über den "Deutschlandfunk" in der Süddeutschen Zeitung:

Vor einiger Zeit sprach morgens nach der Dusche, es kann auch ein Bad gewesen sein, eben jener seltene Friedbert mit der Justizministerin Brigitte Zypries. Es ging um Adoptionen von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare, die in einer standesamtlich verbrieften Lebenspartnerschaft zusammenleben. Das ist ein ziemlich typisches Deutschlandfunk-Thema für 7.15 Uhr. Gerne reden sie um diese Zeit beim DLF auch über Streubomben oder exotische Grippeformen. Jedenfalls sagte die Ministerin Zypries den schönen Satz: "Wir müssen ja sehen, dass die Menschen alles das, was irgendwie denkbar ist, auch tun." Politiker müssten sich darauf einstellen, gerade beim Verabschieden von Gesetzen.

Das ist grundsätzlich ein interessanter Gedanke. Denkbar wäre auch, dass demnächst oder später Menschen ihre Hunde heiraten möchten oder sich die Schädeldecken entfernen lassen wollen. (Das mit den Schädeldecken stammt von Erich Kästner aus dem Gedicht "Klassefrauen"). Müssten dann also die Politiker auch die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen? Oder sollten sie nicht ab und an den Leuten erklären, warum man gerade nicht alles tun darf, was irgendwie denkbar ist?

Mittwoch, 29. Juli 2009

Das linke Netzwerk funktioniert, Teil II.

Uuups, da kann man ja mal was übersehen. Wir sehen gerade, daß Ulla Schmidt - wenn wir der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem ZDF Glauben schenken dürfen - "Vertreterin der SPD im ZDF-Fernsehrat" ist.
Nun - schauen wir doch einfach mal geschwind in die ZDF-Hauptnachrichtensendungen der letzten Tage.
Also zum Beispiel am Sonntag abend, 19h: Da brannte die Dienstwagen-Nachricht bereits seit über einem Tag durch alle Kanäle. Und was macht "heute"? 30 Sekunden wird ein dürrer Text verlesen, der als einziges härteres Zitat Entschusdligungsargumentationen von Schmidts Sprecherin enthält - kein Bild, kein O-Ton, nix. Am Tag drauf dann immerhin 2.40 Minuten - aber an Kritik sind nur seltsam gedämpfte Töne zu hören und sehen, dafür viel Ministerin und viel beschwichtigende Erläuterung. Und am Dienstag-Abend gehlört das Thema in "heute" schon längst nicht mehr zu den Top-Themen. Am Mittwoch-Abend greift dann Steinmeier noch mal kurz durch - und weg ist die story.
Heruntergedimmt, nennt man das in Medienkreisen - "heute"-Zuschauer haben im ZDF über die causa Ulla Schmidt in vier Tagen keine fünf Minuten Nachrichten geliefert bekommen.

P.S.: Thomas Steg, derzeit noch Regierungssprecher im der Bundeskanzlerin unterstellten Bundespresseamt mit gerade aktuell wechselnden Loyalitäten, scheint es offenbar besonders eilig zu haben mit seinem Wechsel ins SPD-Wahlkampfteam: offiziell soll er dort am 1. August anfangen. Heute, am 29. Juli, sah man ihn - in eben den o.a. "heute"-Nachrichten - aber schon beflissen wenige Meter hinter seinem Kanzlerkandidaten Steinmeier herlaufen.
Zahlt das jetzt der Steuerzahler?

Das linke Netzwerk funktioniert...

Na, da hat Ulla Schmidt ja noch einmal Glück gehabt. Während ihre Genossen gernervt bis entsetzt nicht nur die Idee ihrer dienstältesten Ministerin zur Kenntnis nehmen, für 25 Kilometer Fahrt auf einer spanischen Küstenstraße einen S-Klasse-Mercedes 5000 Kilometer durch Europa zu karren, sondern auch noch das großartige "Das steht mir zu!", kommt aus der besonders verlogenen Ecke der angeblichen "Zivilgesellschaft" - so lesen wie auf sueddeutsche.de - endlich der ersehnte moralische Freispruch:

Lob erhält die Gesundheitsministerin jedoch von den Korruptionswächtern von Transparency International. Die Nutzung des Dienstautos sei kein besonders großes Problem, sagte Vorstandsmitglied Anke Martiny der Nachrichtenagentur dpa. "Man sollte sich um die wichtigen Sachen kümmern", sagte Martiny. "Aus der Aufdeckung von Interessenkonflikten ist viel mehr Honig zu saugen." Sie lobte Schmidt für deren Einsatz gegen Geldverschwendung.

Genau - ist einfach kein Problem!
Sagt... eine gewisse Frau Anke Martiny. Frau Martiny nun allerdings keineswegs eine unparteiische Korruptionsgutachterin, sie ist im Hauptberuf Sozialdemokratin - seit 1965. Von 1972 bis 1989 saß sie für dies SPD im Bundestag, arbeitete danach bei der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung, seit 1998 bei Transparency International (TI), dort seit 2001 als stellvertretende Vorsitzende.
Sie begann ihre Karriere unter Peter Eigen, dem Gründer von TI. Eigen ist eit 2004 mit Gesine Schwan verheiratet, der jüngst gescheiterten SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten.
TI findet übrignes fast alles nicht so schlimm, was die SPD falsch macht. So gibt es beispielsweise keinerlei kritische TI-Äußerung zu dem Parteispendenskandal der SPD in Wuppertal, der der Partei vor einigen Jahren immerhin eine Strafe in Höhe von 767.000 Euro wegen Verstoßes gegen das Parteiengesetz einbrachte.
Das linke Netzwerk funktioniert eben...

Kriegsverbrechen als Kinovergnügen

Etwas ganz besonderes bietet Hollywood seit heute den deutschen Zuschauern: Quentin Tarantino ergeht sich in einer Blut- und Gewaltorgie darin, bestialische Kriegsverbrechen alliierter Truppen im 2. Weltkrieg an Wehrmachtssoldaten ("Nazis") zu heroisieren. Wir sehen: Mißhandlung, Folter und Mord an Unbewaffneten, an sich Ergebenden, an Kriegsgefangenen. Wir sehen hundertfache brutalste Verstöße gegen die einfachsten Grundregeln des Kriegsvölkerrechts, wie es auch damals schon galt (und wie es auch in der juristischen Aufarbeitung von Kriegsverbrechen jener Zeit später angewandt wurde).
Im Trailer heißt das Tun "killing Nazis".
Es ist auf dem gleichen intellektuellen Niveau wie andere Blut- und Bodenfilme, die als Thema "killing Muslims", "killing Communists" oder "killing Dinosaurs" haben.
Es geht immer darum, daß es faktisch Unter- oder Nicht-Menschen (im Film: "verdorbene Eier") sind, die da abgeschlachtet werden.
Daß im deutschen Kino ein solcher Film (der in den USA übrigens erst ab 17 besucht werden darf), ein Erfolg werden könnte, ist nicht ausgeschlossen - würde aber einiges über das Selbstverständnis dieses Landes aussagen.

Die Tapferen sprechen

Die Lage für die deutschen Soldaten in Afghanistan hat sich deutlich verschärft. Das berichten drei der vier Fallschirmjäger, die Anfang Juli von der Bundeskanzlerin mit dem neuen Ehrenkreuz für Tapferkeit" ausgezeichnet worden sind. Die deutsche Schutztruppe sei "ständig in Gefahr", sagt Feldwebel Henry Lukács, 28, im Gespräch mit dem "Stern". Jeden Tag gebe es neue Warnungen. "Wir versuchen darum, bevor jemand auf uns oder unser Lager schießt, dies zu verhindern. Deswegen sind wir dort."

Kritik üben die Soldaten an der mangelnden Unterstützung der Deutschen für den Auslandseinsatz der Bundeswehr. Jeder, der rufe "Raus aus Afghanistan", biete "nur Futter für die Jungs, die uns dort angreifen". Während die US-Amerikaner zu ihren Truppen stünden, klagt Lukács im stern, seien die eigenen Landsleute nur dann patriotisch, "wenn Deutschland Fußball spielt". Insofern sei ein "militärischer Orden für einen militärischen Einsatz" richtig und die Verleihung durch die Kanzlerin ein "gutes Zeichen" gewesen.

Lukács und seine Kameraden Alexander Dietzen, 33, Markus Geist, 28, und Jan Berges, 29, hatten am 20. Oktober 2008 versucht, unter Einsatz ihres Lebens afghanische Kinder und Bundeswehrkameraden nach einem Selbstmordattentat nahe Kundus zu retten. Zwei deutsche
Soldaten im Alter von 22 und 25 Jahren sowie fünf Kinder waren bei dem Anschlag getötet worden.

Auf die Frage, ob sie es richtig fänden, dass der Bundesverteidigungsminister seit jenem Anschlag von getöteten Soldaten als "Gefallenen" spreche, sagen Dietzen, Berges und Lukács in dem stern-Gespräch: "Ja, auf jeden Fall." In die Debatte darum, ob sich Deutschland in Afghanistan in einem Krieg befindet, wollen sich die drei Feldwebel eines Fallschirmbataillons aus Zweibrücken nicht einmischen. Aber: "In einem Krieg sind die Kombattanten klar zu erkennen, an der Uniform", sagt Lukács. "Die Taliban aber kommen daher wie normale Bauern, lachen dich an und schießen dir dann von hinten in den Rücken."
(Quelle: "Stern")

Dienstag, 28. Juli 2009

Eva Herman siegt final gegen Axel-Springer-Verlag

Deutliches Ende einer der bösartigsten Medien-Kampagnen der deutschen Nachkriegsgeschichte: Die TV-Moderatorin und Autorin Eva Herman hat - nach Siegen gegen dpa und ZDF - nun auch gegen den Axel-Springer-Verlag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln einen juristischen Sieg errungen. Herman hatte es gewagt, mit Thesen zu Familie und Mütterlichkeit den feministischen Mainstream zu hinterfragen - und verfiel der deutschen Höchststrafe: Öffentlich als "Nazi" bezeichnet zu werden.
Der Springer-Verlag, dessen Reporterin
Barbara Möller vom"Hamburger Abendblatt" am 7.9.2007 mit einer bösartigen Falschmeldung die damalige Haßkampagne losgetreten hatte, darf Herman nicht weiter falsch zitieren und ihr unterstellen, sie habe den Nationalsozialismus in Bezug auf «die Wertschätzung der Mutter» gutgeheißen, entschied das OLG. Die Ex-«Tagesschau»-Sprecherin sah sich mit dem Zitat als Sympathisantin der NS-Familienpolitik verunglimpft und hatte auf Unterlassung und Zahlung einer Geldentschädigung geklagt.

Der Springer-Verlag muss ihr nach dem Urteil im Berufungsverfahren wegen «schwer wiegender Persönlichkeitsverletzung» auch eine Entschädigung von 25 000 Euro zahlen. Außerdem muss der Verlag in einer weiteren Veröffentlichung angebliche Äußerungen von Herman bei einer Pressekonferenz im September 2007 in Berlin richtig stellen (Az: OLG Köln 15 U 37/09). Eva Herman hatte damals ihr Buch «Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen» vorgestellt. Nach eigenen Angaben hat Herman sowohl bei der Pressekonferenz als auch bei anderen öffentlichen Auftritten stets deutlich gemacht, dass sie den Nationalsozialismus verabscheue.

Die Richter des OLG gaben - wie schon in der Vorinstanz das Landgericht Köln - im Wesentlichen der Moderatorin Recht. Das Zitat, das ihr in den Mund gelegt worden sei, sei falsch und entspreche nicht ihren tatsächlichen Äußerungen. Es habe sich um «eine Interpretation» ihrer bei der Pressekonferenz gemachten «mehrdeutigen Äußerung» gehandelt. Dadurch werde Herman «massiv in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht» beeinträchtigt und sie erscheine in
negativem Licht, da letztlich der Unrechtscharakter des nationalsozialistischen Regimes bagatellisiert werde.

In drei weiteren Verfahren musste das Oberlandesgericht kein Urteil mehr fällen, da der Springer-Verlag bzw. die beklagte Redakteurin ihre Berufungen gegen die landgerichtlichen Urteile schon vorher zurückgenommen hatten. Danach darf "Bild" bzw. die entsprechende Internetpublikationen Herman nicht mehr als "dumme Kuh" bezeichnen. Diese Formulierung hatte Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner nach dem Rausschmiss der TV-Moderatorin aus der legendären "Johannes B. Kerner"-Sendung in seiner Kolumne "Post von Wagner" verwendet. Schon das Landgericht hatte dies als Beleidigung angesehen und Herman einen Schadenersatz in Höhe von 10.000 Euro zuerkannt.

Langsam mahlen die Mühlen des Rechtsstaats, die mediale Exekution hat - auf der Basis frei erfundener "Zitate" und Zuschreibungen, längst ihr Guillotinen-Messer herabsausen lassen, wenn nach sage und schreibe 22 Monaten der Richterspruch ertönt.

Polizei in Berlin: Alleingelassen im Kampf gegen linke Gewalt

Aus einem Interview von "Spiegel online" mit Rainer Wendt, dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, über die explodierende linksextreme Gewalt in Berlin:

"Spüren Sie für diese Positionen (gemeint ist ein stärkerer Kampf gegen Linksextremismus) Rückhalt in der Politik?
Wendt: Was den Berliner Senat anbelangt - nein, überhaupt nicht. In der Hauptstadt stänkert der Regierende Bürgermeister öffentlich gegen die Polizei, und der Innensenator verheizt seine Beamten bei Großdemonstrationen. Ein Teil der Regierung sympathisiert offenbar mit den Linksextremisten und macht sich für sie stark. Das führt bei den Kollegen nicht unbedingt zu einem Motivationsschub. Manche Berliner Polizisten haben die Schnauze voll."