Dienstag, 17. Juli 2007

Zweite Generation von Holocaust-Überlebenden fordert Entschädigung

Mehrere tausend Angehörige von Holocaust-Überlebenden haben laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in Israel eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Sie wollen die Bundesregierung zur Kostenübernahme von psychotherapeutischen Behandlungen zwingen, berichtet das Blatt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, das Anliegen der Kläger werde ernst genommen. Nach dem Bericht, der sich auf Klage-Vertreter Baruch Masor beruft, schlossen sich 4000 in Israel lebende Angehörige von Holocaust-Überlebenden der Sammelklage an. Deutschland solle damit gezwungen werden, unter anderem die Kosten für zwei Therapie-Sitzungen pro Woche für bis zu 40.000 Kinder von Holocaust-Opfern zu übernehmen, die unter von ihren Eltern weitergegebenen Traumata litten. Die von Deutschland zu bezahlende Summe bezifferte Masor gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" auf zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Wie eine Klage vor einem israelischen Gericht die deutsche Regierung zu Zahlungen zwingen kann, ist laut "SZ" unklar.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Wie eine Klage vor einem israelischen Gericht die deutsche Regierung zu Zahlungen zwingen kann, ist laut "SZ" unklar."

Ich wage mal eine Prognose: das geht überhaupt nicht. Es wäre dem deutschen Steuerzahler auch nicht vermittelbar.

str hat gesagt…

Rechtlich gesehen, geht das natürlich nicht.

Politisch-"moralischer" Druck dagegen schon.

Siehe die Sammelklagen in den USA.

Allerdings ging es damals ja auch gegen Unternehmen, die dort Wirtschaftsinteressen hatten und dadurch unter Druck gesetzt werden konnten. Das gilt für die Bundesrepublik so nicht.