Freitag, 11. Juli 2008

Wie man zum "jugendlichen Heißsporn" wird...

Berlins linksgestrickter Innensenator Ehrhart Körting ist sich ganz sicher, daß es so ein richtig großes PKK-Gewalt-Problem in Deutschland bzw. in Berlin (wo immerhin 1000 PKK-Sympatisanten aktiv sind, bundesweit sind es 11.500) nicht gibt. Hören wir doch mal in sein heutiges Interview im Deutschlandfunk hinein:

"...es hat einzelne Vorgänge gegeben. Es hat auch hier in Berlin vor einigen Jahren kurdische Jugendliche gegeben, die eine Reihe von Autoreifen auf die Straße gerollt und aus Protest angezündet haben. Aber Bilder von wirklich gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Körperverletzung, mit ernsthaften Bedrohungen befürchte ich im Moment nicht."

Nee, schon klar.

"Diejenigen, die hier in Deutschland leben, auch diejenigen, die eine gewisse Sympathie für Forderungen der PKK haben, die Gewalttätigkeiten doch ganz, ganz überwiegend ablehnen. Es handelt sich bei uns, wenn wir heute irgendwelche Aktivitäten haben, eher um jugendliche Heißsporne - und zwar um eine überschaubare Zahl jugendlicher Heißsporne - und nicht um die große Menge. Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die hier leben, sich eingerichtet haben und nicht diesen Status, den sie hier haben, verlieren wollen."

Nonchalant verdunkelt er hier die Brutalität gerade der "Jugendbrigaden" der PKK. So könnte er sich etwa daran erinnern, daß das Landgericht Ulm im September 2007 vier PKK-Sympatisanten wegen versuchten siebenfachen Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung zu Haft zwischen sieben Jahren und vier Jahren und drei Monaten verurteilte. Drei der Angeklagten wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Man stelle sich einmal vor, irgendwo in Deutschland würden einige Dutzend Rechtsextremer Autoreifen anzünden, Straßen blockieren, Polizisten angehen, Brände legen und Morde versuchen - und ein Innenminister würde sie als "Heißsporne" (also in etwa Draufgänger, Hansdampf oder Haudegen)verniedlichen.

Er wäre - völlig zu recht - sein Amt innerhalb weniger Stunden los.

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